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Westumgehung I - Die Fakten (Archiv)

Die als Autobahn geplante, aber zunächst als Bundesstraße B26n ausgewiesene Trasse erfordert wegen verkehrstechnischer Vorschriften nur wenige Auffahrten, so dass die Anliegergemeinden gravierende Beeinträchtigungen in Kauf nehmen müssen. Es drohen ihren Bewohnern Gesundheitsschäden, erhebliche Umwege zu den Nachbargemeinden sowie der Verlust von Erholungsräumen.

Neue Entwicklungen, wie abnehmende Kraftstoffvorräte, intelligente Logistikkonzepte und absehbare automobile Verhaltensänderungen, machen die B26n überflüssig. Wir wollen Sie deshalb mit den Beiträgen „Fakten“ – „Probleme“ – „Lösungen“ über die Lage informieren und darauf hinweisen, dass aufgrund der veränderten Bedingungen eine Verhinderung nicht mehr aussichtslos ist.

Die Fakten

Landschaft
Ziel der autobahnähnlichen B26n mit vier Fahrbahnen und beidseitigen Standstreifen – bekannter als „Westumgehung“ für Würzburg“ – ist die Entlastung der Autobahn A3 und des Biebelrieder Kreuzes. Gleichzeitig soll damit eine bessere Anbindung der Region erreicht werden.

Vom Berliner Verkehrsministerium wurde die Stecke auf Wunsch der Bayerischen Staatsregierung in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen und als wichtig erachtet, weil sie die Rolle einer “Magistrale von Moskau nach Lissabon“ übernehmen soll (so ein Staatssekretär gegenüber Bürgermeistern aus unserer Region bei einem Besuch in Berlin). Die Planer anerkennen zwar ein hohes Umweltrisiko, nehmen jedoch die Vernichtung wertvoller Naturräume sowie die Beeinträchtigung gewachsener Kulturlandschaften und der Anwohner als Opfer in Kauf.

Die Strecke brächte den Menschen Unannehmlichkeiten in Form von Lärm, Abgasen, Flächenverbrauch und eine Einschränkung des Zugangs zu Erholungsräumen.

Die Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan des Jahres 2003 und das Fernstraßenausbaugesetz wurde mit Kosten-Nutzen-Analysen begründet, die binnen Jahresfrist auf das mehr als Zweieinhalbfache stiegen: Während 2002 lediglich 14 000 Kraftfahrzeuge je Tag vorausgesagt wurden (was einen Bau nicht gerechtfertigt hätte), erhöhte sich diese Zahl in einer Prognose des Jahres 2003 auf 36 000 (was Bauwürdigkeit bedeutet). Eine glaubwürdige Begründung für diese wundersame Vermehrung auf den zweieinhalbfachen Wert gibt es nicht!

Die neue Strecke würde den Weg aus Norden (Kassel) und Osten (Schweinfurt) bis zum künftigen Autobahndreieck Helmstadt um nur 7 Kilometer verkürzen. Wer nach Heilbronn oder Stuttgart will, müsste aber einen Kilometer weiter fahren als über Biebelried. Die Baukosten werden derzeit auf 380 Millionen Euro geschätzt (einschließlich der Verlegung der B8, der Anbindung von Lohr, der weiteren Zubringerstraßen und der nötigen Anschlüsse ist ein Betrag zwischen 400 und 500 Millionen Euro realistischer, der sich im Zuge der Teuerung bis Baubeginn weiter erhöhen wird).

Zwar bestätigt die Bayerische Autobahn- und Straßenbauverwaltung laut einem Faltblatt von Bund Naturschutz und Bürgerinitiative gegen die Autobahn-Westumgehung, „dass der gesamte prognostizierte Verkehr bis 2015 durch den aktuellen Ausbau der A3 und die A7 aufgenommen werden kann“.

Trotzdem bleibt das Teilstück der von Werneck bis Karlstadt im vordringlichen Bedarf. Es soll bis zum Jahr 2015 fertig gestellt sein. Die Weiterführung bis zum künftigen Autobahndreieck Helmstadt und die Schließung der dortigen Auffahrt soll nach 2015 im Rahmen der „finanziellen Rahmenbedingungen“ realisiert werden – wir haben also noch eine Chance zur Verhinderung der unnützen Stecke!

Wenn auch Sie glauben, dass die Westumgehung mehr Nachteile als Vorteile bringt, dann werden Sie Mitglied der „Bürgerinitiative und Kommunen gegen die Westumgehung e. V.“. Denn mehr Mitglieder bedeuten mehr Einfluss