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Presseerklärung

Der Verein, den wir gegründet haben, wird die Arbeit der Bürgerinitiative und den mit ihr zusammenarbeitenden Kommunen weiterführen. Aufgabe des Vereins wird sein, den Widerstand gegen den Bau der B 26 n zu koordinieren und zusammenzufassen. Der Verein wird konstruktiv für Lösungen von Verkehrsproblemen eintreten, die unsere Heimat lebenswert erhalten.

 

Dies soll, wie zuvor auch, überparteilich, landkreisübergreifend geschehen. Alle Personen, Gruppen, Vereine und Verbände, aber auch Kommunen wollen wir integrieren und so eine kraftvolle, wirksame Bewegung schaffen.

Unser Nahziel ist es, allen Bürgern, die direkt und indirekt vom Bau der B 26 n betroffen sind, Informationen an die Hand zu geben, damit sie nicht der sehr einseitigen Information von Politikern, wie Frau Heidi Wright und Bürgermeistern wie Karl-Heinz Keller ausgeliefert sind.

Die Entscheidung des Bundestages, die B26n in den Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen war eine politische Entscheidung, die einer überholten Verkehrs- und Wirtschaftsideologie entspricht und wesentliche Faktoren ignoriert, die unbestritten gegen den Bau dieser Straße sprechen. Dies wird sich auch im weiteren Planungsvorgehen erweisen. Politische Beschlüsse sind jedoch nicht unumkehrbar!

Dies wird möglich, wenn die Bürger mit all ihnen verfügbaren Mitteln überzeugend kundtun, dass sie eine andere Gestaltung der Zukunft haben wollen. Angesichts der sich abzeichnenden Klimaveränderung trifft dies in besonderer Weise zu. Diese Überzeugungsarbeit will der Verein für unsere Region, aber auch darüber hinaus leisten!

Die B 26n ist zwar im vordringlichen Bedarf des Bundeswegeplans. Dieser Plan wird von Landtagsabgeordneten wie Frau Tolle als „Märchenbuch“ bezeichnet. Rein objektiv gesehen, ist die B 26n ein völlig unnötiges Vorhaben. Der immer so hoch gelobte Nutzen für die Region als bessere Anbindung an bestehende Autobahnen, ist nicht erkennbar oder gar beweisbar, wirtschaftlicher Aufschwung ebenfalls nicht. Dort, wo man den Anschluss erzwingen will, müssen neue, teuere Zubringerstraßen gebaut werden, so z.B. für die Stadt Lohr, die mit dem verbessserten Anschluss an die A3 bei Altfeld schon bereits bestens angebunden ist. In absehbarer Zukunft werden sich kaum noch produzierendes Großgewerbe in Hochlohnregionen niederlassen. Autobahnähnliche Straßen begünstigen eher die Verlagerung, da sie die Zulieferung in unsere Region von außen erleichtern. Sie bedrohen bestenfalls unser heimisches Mittelstandsgewerbe.

Die Tatsache, dass die Westumgehung Würzburgs keine Autobahn, sondern eine zweistreifige Bundesstraße mit Standspur werden soll, ist ein besonderer Knackpunkt. Die B 26n würde durch entsprechend einfachere Standards billiger werden. Die Zeche aber müssten dann die Anwohner bezahlen, weil beim Bau niedrigere Lärm- und Abstandsvorschriften einzuhalten sind, als bei einer richtigen Autobahn. Dennoch würde die B26n deutlich teurer werden als veranschlagt, d.h. der Kosten-Nutzeneffekt ist geringer als im Zuge der Vorerhebungen angesetzt. So könnten z.B. die Wassereinzugsgebiete der Quellen im Werntal nur mit sehr hohem Aufwand geschützt werden.

 

Der Flurschaden, der durch den Bau der B 26n mitten in der sehr wertvollen fränkischen Landschaft entstehen würde, wäre riesig. Einige Beispiele seien genannt, damit auch den Bürgern die Augen geöffnet werden, die immer noch denken, es betreffe sie nicht. Eine Brücke soll in der Nähe von Schönarts entstehen. Diese wird voraussichtlich ca. 80 m hoch, was gleichzusetzen ist mit „Keinen Blick mehr über das Werntal“.

Höchstens für die, die in Augenhöhe des Kirchturms von Eußenheim über das Werntal donnern. Selbiges Schicksal ereilt auch das Maintal, gerade an einer der schönsten Stellen bei Himmelstadt, wo das Maintal in derselben Höhe geteilt wird. Dies entspricht etwa dem höchsten Turm der Firma Schwenk in Karlstadt. Bestimmt für alle Anwohner und Touristen, die Karlstadt und Himmelstadt besuchen, ein optischer und akustischer Leckerbissen.

Der Schaden, der an Flora und Fauna entstehen wird, ist in keiner Weise zu rechtfertigen. Was sind die Stettener Weinberge im Maintal noch wert, wenn sie durch die Brücke überspannt oder durch Einschnitte zerteilt werden.

Viele Menschen würden statt an einem ruhigen Ortsrand am Rande einer Schnellstraße wohnen, hinter Lärmschutzwänden die Abgase einatmen und den Staub schlucken, beispielsweise in den Karlstadter Stadtteilen Heßlar, und Laudenbach und Stetten, oder den Gemeinden Waldbüttelbrunn und Hettstadt.

Wie unüberlegt, und rein taktischen Erwägungen folgend, die Teilung des Projekts in zwei Bauabschnitten ist, zeichnet sich allmählich in vielen Gemeinden des Landkreises Main-Spessart ab. Der Zeitraum zwischen den beiden Abschnitten könnte, käme es soweit, zu einem Verkehrschaos in weiten Teilen des Landkreises führen! Keine der vorhandenen Straßen könnte den Verkehr aufnehmen!

Politiker, die meinen, sie müssten sich mit diesem Projekt profilieren, z. B. Frau Wright, kann ich nur eines sagen: Finger weg von Ressourcen, die nicht mehr zu ersetzen sind. Anderen wie Herrn M. Goldkuhle und Herrn Stadtmüller wäre es angeraten, nicht Halbwahrheiten zu verbreiten, in dem sie den Bürgern in Karlstadt vorgaukeln, sie wären nicht nachteilig von der B26n betroffen, sondern könnten nur deren Vorzüge genießen.

Politiker werden vom Volk gewählt. Jeder Bürger sollte sich gut überlegen, ob er seine Stimmen Politikern gibt, die mit überholten Vorstellungen immer noch irreversiblen Schaden anrichten wollen, statt die Zeichen der Zukunft zu erkennen und unseren Kindern eine lebens- und liebenswerte Heimat zu gestalten.

In Zeiten des Umdenkens und des weltweiten Klimawandels - die Auswirkungen spüren wir ja im Moment alle – wäre es eigentlich zuerst angetan, Autoverkehr zu begrenzen.

 

Autobahnen wie die B 26 n würden den Verkehr mehren, in diesem Fall erst in unsere Region ziehen und somit genau das Gegenteil bewirken. Wenn wir nicht bald aufwachen und aufhören, die Erde zu zerstören, werden unsere Kinder keine Zukunft mehr haben.

Lösungen für die regionalen Verkehrsprobleme, die in einer kleineren Dimension angesiedelt sind, müssen gefunden werden, sowohl als Gewährleistung der Anforderungen nach wirtschaftlichem Aufschwung und besserer Anbindung an das Fernstraßennetz, als auch und vor allem den Leidensdruck durch die Verkehrsbelastung von Ortschaften im Werntal, wie z. B. Stetten zu nehmen. Es gibt mehr als einen Weg, auch wenn er oft steiniger ist.

Unser Verein wird immer für Gespräche offen sein und versuchen, neue Perspektiven für das Wohl der Menschen und unserer Region aufzuzeigen.